Cour de Cassel

Höfische Darstellung

Dargestellt werden vor allem Persönlichkeiten am Hof des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel, der durch seinen gewinnbringenden Soldatenhandel mit England bekannt geworden ist. Unter seiner Regentschaft wurden rund 19 000 Soldaten aus der Landgrafschaft, sowie angeworbene Ausländer, an die englische Krone vermietet, um den Aufstand der englischen Kolonisten in Nordamerika niederzuschlagen. Die Soldatenvermietung während des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs (1776 -1783) brachte der Landgrafschaft einen bemerkenswerten Wohlstand ein.

Der sozial-kulturelle Aspekt des 18. Jahrhunderts spielt eine große Rolle: Auseinandersetzung mit der historischen Etikette, Kunst, Musik, Literatur bis hin zum höfischen Zeitvertreib ist der maßgebliche Inhalt. Die Weltgewandtheit, das Nacheifern des Gesellschaftsideals der " honnêtes gens" der "ehrbaren Leute" ist Dreh- und Angelpunkt der Gruppe. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Thematiken findet für Herren im Rahmen des z.T. auch militärisch ausgerichteten Collegium Carolinums statt, für Damen in erster Linie und Herren die das Militär scheuen finden in unregelmäßigen Abständen Salongesellschaften statt, nach dem Vorbild der Pariser Intellektuellensalons.

 

Collegium Carolinum

 

Im Frühjahr 2014 wurde das „Collegium Carolinum“ gegründet, Vorbild war das historische Collegium Carolinum in Kassel, dass als eine Art Universität für Herren von Stand konzipiert war. Hier lehrte u.a. der Naturforscher Georg Forster (der James Cook auf diversen Reisen begleitete) der Bildhauer Nahl, wie auch der Maler Tischbein. Aus dem Collegium Carolinum, das ein umfassendes Wissen in allen Themenbereichen vermitteln wollte, ging später die Kunsthochschule Kassel hervor.

 

 

Das Collegium Carolinum ist von uns als Adels- und Offiziersschule konzipiert worden, es existiert ein Lehrplan, der sich an den historischen Lehrplänen, die Georg Forster 1774 entwarf, orientiert. Das Ziel ist jedoch nicht ein Reenactment einer Offiziers- bzw. Kadettenschule, sondern in der Tat eine Möglichkeit der Weiterbildung und Erarbeitung von Wissen zur vertiefung der eigenen historischen Darstellung. Weshalb auch z.T. auf moderne Medien zurückgegriffen wird um bestimmte Themen besser zu erfassen und darzustellen.

Neben dem Unterricht finden hier, in reiner Herrenrunde, auch Tabakskollegien statt.

 

Der Orden vom goldenen Löwen

Dieser Orden war die höchste Auszeichnung der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Damit auch kein reiner Ritterorden, sondern durchaus auch ein Verdienstorden. Landgraf Friedrich II. stiftete diesen Ritterorden am 14. August 1770 als eindeutiges Zeichen, dass das Haus Hessen nun zu den großen europäischen Familien gehörte.

 

Julius Jürgen von Wittdorf

Geheimner Staatsminister, Oberkammerherr und Oberstallmeister des Landgrafen,

als Zeremonienmeister des Ordens vom goldenen Löwen (Gemälde von J.H.Tischbein d.Ä.)

 

Der Orden war ähnlich den zahlreichen älteren Ritterorden Europas gestaltet, gestickter Brutstern, Schärpe und Kleinod. Der Bruststern zeigt den hessischen bunten Löwen, umgeben von einem roten Spruchband "Virtute et Fedilitate" (Für Tugend und Treue), die Darstellung wiederholt sich beim goldenen Kleinod, welches an einer roten Seidenmoireschärpe von der rechten Schulter zu linken Hüfte getragen wird. Mit dem Orden wurden auch neue Münzen geprägt, auf deren Forderseite sich das Profil des Landesherren befand, auf der Rückseite der Stern des Ordens mit dem Ordensspruch. Im Volksmund hießen diese silbernen Münzen sehr bald „Sterntaler“ die dann auch zu einem der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm (die eine Zeit in Kassel lebten) inspirierten. Unter dem späteren Kurfürsten Wilhelm, dem ältesten Sohn des Landgrafen, wurden die Statuten bereits wieder geändert und der Orden im mehrere Klassen unterteilt. Mehrfach wurde er in späterer Zeit geändert bis der Orden 1918 entgültig erlosch.

 

Im Rahmen unserer Geschichtsdarstellung haben wir diesen Orden in seiner Gestalt, wie er unter Friedrich II. verliehen wurde, reaktiviert. Er wird an Mitglieder des Hofstaates verliehen. Neue Ordensmitglieder werden von den Ordensrittern vorgeschlagen. Die Träger des Ritterordens sind limitiert.

 

Stiftung des Löwenordens im Reihersaal des Schlosses Eichenzell

Photo: Kersten Kirchner http://www.history-live-foto.com/

 

Verzeichnis der Ritter des Fürstlich Hessen Casselischen Ordens vom Goldenen Löwen

 

Ordensmeister: Seine hochfürstliche Durchlaucht Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel

(Matthias Richter)

 

Ritter: I. Reception am 9.August 2014

Seine Excellenz Herr Generallieutnant Christoph Wilhelm von Bardeleben

(Anton Grotz)

Seine Excellenz Herr Geh. Rat und Ober Hofmarschall Alexandre Eugene du Rosey

(Andreas Clemens)

Seine Excellenz Herr Geh. Rat Leonhard Heinrich Ludwig George von Canngießer

(Christian Scheer)

Der Cammerherr und Leibchirugus Herr Johannes Gissot

(Andreas Hillich)

 

 

Weitere Darstellungen

Cour de Cassel beschränkt sich nicht alleine auf die Darstellung des landgräflichen Hofes, auch andere historische Persönlichkeiten oder höfische Darstellungsformen werden gezeigt.

Beispiele sind die "Delegation aus Rom" die "Salongesellschaften", Beteiligungen an verschiedenen Veranstaltungen, wie z.B. die "Barocktage in Bückeburg" oder die "Jagdtage in Clemenswerth".

 

Die Mopsloge

Viele Mitglieder des Hessenmilitärs und der Cour de Cassel sind auch Mitglied in der Mopsloge.

Die Mopsloge, oder Mops Orden, war eine Geheimgesellschaft mit freimaurerischen Zügen, entstanden in Frankreich in den 1740er Jahren. Im Reich schreibt man die Gründung dem Kurfürsten Clemens August zu. Der Mops Orden hatte ähnliche Rituale wie die Freimaurer, war im Ursprung gegründet worden um die Ideale der Freimaurer auszuleben, ohne sich jedoch schuldig zu machen einer echten Freimaurerloge anzugehören - denn wurde dies bekannt, so drohte die Exkommunikation. Die Rituale der Mopsloge waren mehr eine Persiflage auf die Rituale der Freimaurer, jedoch nicht um die Freimaurer zu verhöhnen, sondern um den Eindruck einer reinen Jux-Gesellschaft zu erzeugen um damit vor Verfolgung und Strafe der Kirche sicher zu sein. Freundschaft, Treue, Liebe und Hingabe sind auch beim elitären Mops-Orden die zentrale Motivation. Der Mops Orden wurde in Fulda zur Zeitreise in Eichenzell im Jahr 2013 von Guy d'Ancourt erneut ins Leben gerufen um die alten Ideale für eine ausgesuchte Gesellschaft mit viel Humor wieder aufleben zu lassen.

Was im Kreise der elitären Loge vor sich geht, werden Außenstehende jedoch niemals erfahren.

Recherche und Projekte

Die Darstellungsgruppe recherchiert sowohl die Kleidung der einfachen Leute vom 17. bis ins frühe 19. Jahrhundert, als auch die Kleidermode der bürgerlichen Oberschicht und des Adels. Besuche in Museen und Archiven bilden die Grundlage für die praktische Arbeit. Gelegentlich gibt es Handarbeitstreffen, bei denen viele der Kleider und Uniformen entstanden sind, die die Zuschauer bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen zu sehen bekommen.

Neben der reinen Rekonstruktion der Kleidung, ist die Beschäftigung mit den damaligen Sitten und Gebräuchen bis hin zur höfischen Etikette ein wichtiges Thema. Ebenso bietet die Gruppe durch die Salongesellschaften, oder das Collegium Carolinum eine Möglichkeit der intensiven Auseinanderstzung mit der damaligen Lebenskultur und Geisteshaltung des 18. Jhrhunderts. Die Beschäftigung mit Literatur, Musik und Kunst sind hierbei von besonderem Interesse. 

 

 

Gruppenleiter

Matthias Richter

Rudolf Schwander Straße 13

34117 Kassel

Tel. 0561 9372 745

 

Cour-de-cassel@gmx.de

 

eigene Webseite der Gruppe Cour de Cassel:

http://cour-de-cassel.blogspot.de/