Die Schlacht bei Minden ist vorbei, die Franzosen sind von den alliierten Truppen unter dem Kommando des Herzogs Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel, bestehend aus preußischen und britischen Soldaten, sowie Soldaten aus Hessen-Kassel und der Artillerie aus Schaumburg Lippe geschlagen worden. Dieser Sieg führte eine entscheidende Wendung des siebenjährigen Krieges herbei: Die Invasion der Franzosen war gestoppt. Die Franzosen verloren fast 500 Offiziere und knapp 7800 Mann, davon gefallen 127 Offiziere und ca. 4100 Mann. Die Alliierten hatten 151 Offiziere verloren, und ca. 2600 Mann, davon gefallen 28 Offiziere und ca. 600 Mann. Eine absolut vernichtende Niederlage. Nun wurden die Verwundeten in die Feldlazarette gebracht, dafür wurden nicht selten die Kirchen der Stadt benutzt.

 Bei der historischen Nachstellung in Minden am 14. und 15. Juni wurde eine solche "Lazarettkirche anno 1759" inszeniert.

Die Darsteller zeigten sowohl die z.T. schwer verwundeten Liniensoldaten, die auf ihren Strohlagern in ihrem eigenem Blut und Fäkalien auf ihre Behandlung durch den Feldscher warteten. Bürgerinnen der Stadt kümmerten sich um das Nötigste und gingen den Chirurgen zur Hand. Die Feldschere gingen routiniert ihrem blutigen Handwerk nach: Sie operierten die Geschosse aus den Verletzen, oder amputierten zu stark verletzte Gliedmaßen. Der Pfarrer versuchte bei all dem Unrat, Gestank und Elend dennoch einen Gottesdienst zu halten. Offiziere die dem Schlachtgemetzel entkommen waren, quartierten sich ein und vergnügten sich mit den Huren der Stadt, während der Verwalter des Lazaretts die Verpflegung der Verwundeten unterschlug und nur klägliche Reste zur Verfügung stellte. Eine Atmosphäre schlimmsten Elends, Gestank, Dreck, Schreie und Verderbtheit - ein Bilderbuch der üblen Seite des 18. Jahrhunderts.....

 

 

Den zahlreichen Besuchern wurde im Vorfeld nicht nur die Schlacht von Minden näher gebracht, sondern auch damalige Waffentechnik und als Höhepunkt die szenische Darbietung der Darsteller des Lazaretts: hier wurde anhand verschiedener Szenen auch die Möglichkeiten und Grenzen der damaligen medizinischen Versorgung demonstriert.

 

Sicherlich eine der aufwendigsten und beeindruckendsten Inszenierungen der gesamten Mindener Zeitinseln.

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