Wald und Erz bauen Märchenschloss

So wie auf dem Stich aus der Reihe "Topographia Hassiae" von Matthäus Merian aus der Mitte des 17. Jahrhunderts dürfte Schloss Braunfels auch um 1770 ausgesehen haben.

Etwa 10 Jäger, teilweise mit Begleitung , waren am 9. Februar  zur „Meisterführung“ im Schloß Braunfels zusammengekommen. Das Haus Solms-Braunfels geht auf das Grafengeschlecht der Solmser zurück, das sich 1409 erstmalsein teilte. Letztlich überlebte im Mannestamm der Zweig Solms-Greiffenstein, der 1693 den Namen Braunfels annahm, seine Residenz von Schloss Greifenstein (heute Ruine) nach Schloss Braunfels verlegte und 1742 in den Reichsfürstenstand erhoben wurde. Die Solms-Braunfelser Fürsten verfügten über viel Wald und Eisenerz. So erklärt sich das für dieses kleine Land erstaunlich prächtige Schloß, dass märchenhaft über der Mittelgebirgslandschaft unweit der Lahn zwischen Taunus und Westerwald thront. Wald und Jagd haben bis heute für Solms-Braunfels eine große Bedeutung. 

 

Gemälde und seltene Waffen

Viele Gewehre aber auch Duellpistolen fanden das Interesse der Jäger

Die Räumlichkeiten, durch die der betagte Museumsführer Kuno Koyne die Jäger begleitete, zeigten ein paar Besonderheiten, zum Beispiel Originalgemälde holländischer Künstler, Möbelschmuckstücke, den Ring der Elisabeth von Thüringen und vieles mehr.  

Besonderes Augenmerk fand die kleine aber feine Familiensammlung. Dort erregte natürlich die Gewehrsammlung mit einigen besonderen Handwerkerstücken das Interesse der Jäger. Zu sehen zahlreiche Jagdgewehre, darunter auch ein Set Wenderbüchsen mit Steinschlosszündung. Außerdem sind Uniformen der zahlreichen als Offiziere zumeist in österreichischen Diensten stehenden Familienmitglieder sowie viele Orden ausgestellt. 

Zu Besuch beim Texas-Carl

Carl Prinz zu Solms-Braunfels (1812-1875) vor Schloss Braunfels

Da das Musum im Winter nicht beheizt wird, war die Burg-Atmosphäre vergangener Jahrhunderte garantiert. In der Gaststätte „Am Turm“ direkt unterhalb des Schlosses konnte sich die Jägerrotte unter Führung von Darstellungsgruppenleiter Karl-Matthias Groß nach dem Geschichtsgenuss gemütlich aufwärmen. 

Von Schloss Braunfels kam auch der in der Mitte des 19. Jahrhunderts berühmt gewordene Prinz Carl zu Solms-Braunfels, der als Texas-Carl ein Stück amerikanische Geschichte schrieb, indem er viele Einwanderer aus Braunfels und Nassau nach Texas führte. Im dortigen Hill-Country gründete er unweit von San Antonio die Stadt New Braunfels. Sein Nachfolger, der aus Dillenburg stammende Freiherr von Meusebach, gründete später die Stadt Fredriksburg. Noch heute gibt es in diesem Landstrich des Lone-Star-States viele deutsche Namen und Einflüsse.  Carl diente abseits seines Auswanderungsprojektes in österreichischen Diensten. Zwischendurch brachte er es zum Oberstleutnant der großherzoglich hessischen Armee.    

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