Neuer Darstellerrekord

Dem Gefecht lag in diesem Jahr ein Vorfall aus dem Feldzug der kontinentalen Truppen nach Quebeck im heutigen Kanada zugrunde. Das Zusammenspiel klappte sehr gut. (Foto: Thilo Waitz)

Herzlichen Dank an alle lieben Freunde, Darsteller und Helfer, die unsere "Zeitreise ins 18. Jahrhundert" mit ihrer tollen Gemeinschaftsleistung wieder zu einer schönen Sache für Zuschauer und Mitwirkende gemacht haben. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen 2015!

Die Zeitreise war in diesem Jahr wiederum eine Veranstaltung mit Darstellerrekord. 540 waren angemeldet. Die wenigen, die absagen mussten, wurden wohl durch nicht angemeldete Nachzügler ersetzt. Eine kleine Steigerung im nächsten Jahr ist denkbar. Allerdings dürften bei rund 600 Darstellern die Kapazitäten des jetzigen Spielorts erschöpft sein.

Wie bereits erwähnt, war auch diese Zeitreise erneut eine Gemeinschaftsleistung all jener, die sich als Darsteller aktiv eingebracht haben, gleich ob es sich um militärische Präsentationen, zivile Vorführungen oder die Beteiligung an den bereits traditionellen Programmpunkten handelte.

Ungeübte Perfektion

Ein besonderes Kompliment gebührt den Militärdarstellern auf beiden Seiten: Das Gefecht war absolut sehenswert und klappte sehr gut. Für eine solche Aufführung brauchen die Universal-Studios Wochen. In Eichenzell gab es am Samstagmorgen die Ordres und am Nachmittag ging es aufs Schlachtfeld. Eine beeindruckende Leistung!  

Die Wäscherinnen hatten recht viel zu tun. (Foto: Kersten Kircher)Immer wieder wurden auch neue Anregungen gegeben, die wir gemeinsam bereits dieses Jahr umgesetzt haben oder bei der nächsten Zeitreise einbauen wollen, seien es die Zahnbrecher- und Aderlassdienste des Baders, das bereits geübte Scheibenschießen für die Landbevölkerung oder viele andere Vorführungen und Mitmachangebote in der Handwerker- und Händlerstraße, wie das Netzeknüpfen, Perückenmachen, Kerzenziehen, Klöppeln  oder Teppichweben. Herzlichen Dank für alle, die sich dabei mit eingebracht haben. Bei alledem wollen wir noch etwas besser darauf achten, dass sich keine typischen Mittelaltermarkt-Beschicker einschleichen.  

Geplant ist unter anderem ein Musiker-Workshop zur Vorbereitung der Zeitreise, der in nächster Zeit terminiert wird. Vielleicht können wir beim Scheunentanz am Freitag nicht nur die Beleuchtung historisieren, sondern auch Live-Musik anbieten. Wir suchen noch Freiwillige.

Erinnert sei auch an die Möglichkeit, an der von uns initiierten und organisierten Offiziers- und Adelsschule in Eichenzell teilzunehmen, die bereits einige Unterrichtseinheiten hinter sich hat und das nächste Mal am zweiten Wochenende im September stattfindet. Bildung schadet nie!Die Ordensverleihung im Reihersaal. (Foto: Kircher)   

Die Authentizität der Darstellungen war im Großen und Ganzen wiederum überdurchschnittlich. Allerdings gab es einige Ausreißer und eingesickerte, bunt kostümierte Zuschauer, die wir nur zum Teil wieder ausfiltern konnten. Auch in der Darstellerfamilie gab es hier und da Kritikpunkte, die sich von der LED-Beleuchtung in einem der rund 200 Zelte über die Benutzung einer Nirosta-Wurstmaschine und von Baumarkt-Gartenstühlen (einer sogar aus Aluminium)  bis hin zu einem aufgehängten Plastik-Schinken und einer modernen norwegischen Fahne und natürlich unpassenden Stoffen und Mustern erstreckten. Für das nächste Jahr ist der Einsatz eines Profos geplant, der mit seiner Patrouille solche Dinge abstellen soll.

Gute Presse

Nicht ganz den Erwartungen gerecht wurde die Zahl der Zuschauer. Anders als von der Deutschen Presseagentur geschätzt, kamen nicht die erhofften 10 000, sondern nach ersten Zählungen etwas mehr als 3000 Zuschauer, was jedoch bereits über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegt. Während die Presse-Ankündigungen gut gestreut waren, gibt es einen im gesamten Umland sichtbaren Mangel an Plakatierung. Selbst in Eichenzell waren keine Plakate zu sehen. Das wollen wir ändern. Dafür war das Medien-Echo außerordentlich gut. Sogar die "Süddeutsche" online berichtete über die Zeitreise und präsentierte ein Video. Bildergalerien gab es unter anderem bei Osthessen News. und bei der Fuldaer Zeitung, die auch ein eigenes Vido anbot. 

Einige kleine Wermutstropfen gab es dennoch: Aus der  Tagesschänke der Taverne wurde dem Wirt offenbar über Nacht ein etwa 30 Zentimeter hoher Zapfkrug mit Silberbeschlägen gestohlen, der unter der Theke gestanden hatte. Außerdem verschwand aus der Kemenate des Kavaliershaus eine Geldkatze mit rund 30 Euro Inhalt. Wer sachdienliche Hinweise geben kann, ist hoch willkommen. In der Zwischenzeit werden wir recherchieren, wie das Teeren und Federn im 18. Jahrhundert vonstattenging.

Gerüchte, Gerüchte   

Ein Wort noch zu den immer noch kursierenden Gerüchten über den angeblich schleichenden Tod der Zeitreise und Unstimmigkeiten in der Gesellschaft für hessische Militär- und Zivilgeschichte. Weder das eine noch das andere trifft zu. Die Einladungskarten für 2015 waren bereits vor zwei Wochen gedruckt und das Einvernehmen mit der Kulturstiftung des Hauses Hessen war zu keinem Zeitpunkt besser.

Wie in jedem Verein, der mehr als sieben Mitglieder hat, gibt es selbstverständlich auch in der GHMZ unterschiedliche Ansichten und Strömungen. Es ist verständlich, dass die zufriedene Masse keinen Anlass sieht, solche Dinge überhaupt zu diskutieren und verzeihlich, wenn die Zu-kurz-Gekommenen ihren Unmut weithin verbreiten. Beides ändert nichts daran, dass die Zukunft der Zeitreise auf Sicht gesichert ist und dass die GHMZ durch neue Mitglieder und neuen Darstellungen qualitativ wie quantitativ gewachsen ist.       

Wermutstropfen

Und zu guter Letzt: Am Sonntagabend haben einige Darsteller das vom Wirt für die Auf- und Abbaumannschaft in der Tagesschänke bereitgestellte 30-Liter-Fass Bier und eine Korbflasche Wein offenbar ohne jeden Skrupel ausgesoffen. Die Betreffenden sollten sich  im kommenden Jahr bei denen erkenntlich zeigen, die ihnen diese schöne Veranstaltung alljährlich vor- und nachbereiten!     

Post scriptum: Übrigens braucht sich niemand Gedanken darüber zu machen, dass er  im Schloss-Restaurant abgewiesen oder schlecht bedient wurde. Es lag nicht daran, dass der Wirt Historiendarsteller nicht mag, sondern schlicht daran, dass er vom plötzlichen Einsetzen der Zeitreise und dem eigenartigen Andrang offenbar völlig überrascht worden war. Auch andere, private Gäste haben sich bei der Schlossverwaltung darüber beschwert. 

 

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