Sicherheitsreglement

1. Organisation

Die Gesellschaft für hessische Militär- und Zivilgeschichte ( nachfolgend GHMZ ) legt für ihre Veranstaltungen einen Ablaufplan im Voraus fest.
Um den reibungslosen Verlauf von Vorführungen, insbesondere Exerzierübungen, Gefechtsdarstellungen und Revuen zu gewährleisten, bespricht sich das Offiziers-Corps zu festgelegten Zeiten. Jede militärische Einheit entsendet hierzu einen Offizier.

Die GHMZ behält sich vor, für militärische Darstellungen kleinere Kontingente bzw. Einzelpersonen zu darstellungsfähigen Truppenverbänden zusammenzufassen, sowie diese mit Offizieren zu versehen.


2. Allgemeines

2.1 Das Benutzen von Waffen ist nur innerhalb des im Ablaufplan angegebenen Zeitrahmens für die theaterartige Darstellung erlaubt, welcher aufgrund eventueller behördlicher Genehmigungen festgelegt wird. Es sind nur zeitgemäße Schußwaffen mit Steinschloßzündung, Hieb- und Stoßwaffen erlaubt.

2.2 Alle Teilnehmer müssen ihren Personalausweis und soweit mit Schwarzpulver hantiert wird, den Erlaubnisschein nach § 27 SprengG ( Pulverschein ) mitführen. Dem Nicht-Erlaubnisinhaber nach § 27 SprengG ist der Umgang mit Schwarzpulver verboten.

2.3 Personen, die unter Alkohol-, Drogen oder Medikamenteneinfluß stehen, dürfen nicht mit Waffen hantieren und nicht an Gefechtsdarstellungen teilnehmen.

2.4 Es dürfen nur Schußwaffen verwendet werden, die mit einem amtlichen Beschußstempel versehen sind, bzw. Kanonen mit dem Stempel des 5-jährigen Wiederholungsbeschusses.

2.5 Pyrotechnische Effekte (Granatexplosionen ) sind verboten, da sie einer behördlichen Genehmigung bedürfen.


3. Gefechtsdarstellung

3.1 Es darf nur in Kartuschen portioniertes Schwarzpulver geladen und mitgeführt werden. Das Laden von Schußwaffen aus Pulverhörnern ist verboten. Ebenso sind Kartuschen aus anderen Materialien wie z.B. Alu-Folie nicht erlaubt, wie auch das Verdämmen der Ladung mittels Pfropfen, da diese eine geschoßähnliche Wirkung entwickeln können.

3.2 Beim Laden während des Gefechts soll die Mündung des Gewehrs soweit als möglich nach oben gerichtet sein.

3.3 Regulierte Truppen feuern und laden in der theaterartigen Darstellung nur auf den Befehl ihres Offiziers. Beim Schuß wird schräg ab von Personen steil nach oben gezielt. Bei Entfernungen unter 10 Metern darf nicht mehr geschossen werden. Nur bei der Gefechtstaktik des Plänkelns können einzelne Soldaten ( z.B. Jäger ) Einzelschüsse auf Kommando abgeben.

3.4 Die Offiziere kontrollieren vor und nach der Gefechtsdarstellung die Waffen ihrer Truppen auf Sicherheit (leerer Lauf, Hahn in Ruhe ).

3.5 Den Regieanweisungen für militärische Darstellungen durch den Veranstalter bzw. den Anweisungen der Offiziere ist durch die Darsteller zu folgen, soweit sie nicht öffentlichem Recht oder den Sicherheitsregeln wiedersprechen.

3.6 Die Darstellungen von Nahkämpfen sind nur dann erlaubt, wenn sie vorher abgesprochen und erprobt worden sind.

3.7 Böller ( Kanonen ) dürfen nur dann verwendet werden, wenn sie den gültigen Stempel des Wiederholungsbeschusses besitzen. Wer eine Kanone abschießt, muß im Besitz eines Böllerscheines sein.

3.8 Mit Schußwaffen und Böllern darf nur auf den dafür vorgesehenen Plätzen ( Gefechtsfeld oder Manöverplatz ) gefeuert werden. Außerhalb dieser Plätze darf die Schußwaffe nur ungeladen geführt werden. Alle Waffen dürfen nur innerhalb des Veranstaltungsgeländes getragen werden.

3.9 Bei Verstößen gegen die Sicherheitsvorschriften können Teilnehmer vom Veranstalter von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen werden.

3.10 Die GHZM unterhält für die Dauer der Veranstaltung einen eigenen Sanitätsdienst. Verletzungen sind ungeachtet auf die Schwere wegen möglicher zivilrechtlicher Konsequenzen unverzüglich dem Veranstalter anzuzeigen.

 


Eichenzell, 24. November 2000